03.09.2026 · 👁️ 12

Girocard-Rekord 2026: Immer mehr Zahlungen, immer kleinere Beträge

Im ersten Halbjahr 2026 wurde die Girocard so oft genutzt wie nie: 4,21 Milliarden Zahlungen, ein Plus von 4,0 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Im Juni liefen rund 92 % aller Zahlungen kontaktlos. Die Zahl der aktiven Terminals stieg um 11,1 % auf 1,397 Millionen.

Die Zahl, über die kaum jemand spricht: Der Umsatz stieg im selben Zeitraum nur um 0,8 % auf 151,9 Milliarden Euro. Viel mehr Zahlungen, kaum mehr Geld. Der durchschnittliche Zahlbetrag ist von 37,28 € auf 36,12 € gefallen.

Was das praktisch heißt

Die Karte wandert dorthin, wo früher selbstverständlich Bargeld lag: an die Brötchentheke, an den Kiosk, an den Kaffeeautomaten. Das Kartengerät ist nicht mehr das Ding für die große Rechnung am Abend, sondern für das 3,80-€-Croissant um halb acht.

Für Ihren Betrieb ändert das zwei Dinge – und beide kosten Geld, wenn man sie übersieht.

1. Bei kleinen Beträgen entscheidet die Gebührenstruktur, nicht der Prozentsatz

Viele Verträge rechnen mit einem Prozentsatz plus einem festen Betrag je Transaktion. Solange der Durchschnittsbon bei 40 € liegt, fällt der feste Anteil kaum auf. Bei 4 € ist er der ganze Preis.

Rechnen Sie es an Ihrem eigenen Beleg nach: Nehmen Sie Ihre letzte Monatsabrechnung, teilen Sie die Gesamtkosten durch die Anzahl der Transaktionen. Diese eine Zahl sagt Ihnen mehr als jeder beworbene Prozentsatz. Wenn Sie mögen, machen wir das mit Ihnen zusammen – schicken Sie uns die Abrechnung, wir rechnen Ihnen aus, was Sie bei uns zahlen würden.

2. Tempo an der Kasse wird zum Engpass

Mehr Zahlungen bei gleichem Umsatz bedeutet: mehr Vorgänge in derselben Zeit. Jede Sekunde, die das Terminal für den Verbindungsaufbau braucht, fällt jetzt häufiger an. Und wenn Kasse und Terminal getrennte Geräte sind, wird der Betrag bei jedem dieser Vorgänge zweimal getippt – mit jeder Zahlung steigt die Chance, dass sich jemand vertippt und der Abschluss abends nicht aufgeht.

Hängt das Terminal an der Kasse, wird der Betrag einmal erfasst und wandert automatisch. Das war früher Komfort. Bei 4 Milliarden Kleinbeträgen im Halbjahr ist es Arithmetik.

Und das Bargeld?

Es verschwindet nicht. Es wird nur seltener. Genau darin liegt die Falle für die kommende Kassenpflicht: Wer glaubt, mit „wir nehmen fast nur Karte" außen vor zu sein, irrt sich – maßgeblich ist der Gesamtumsatz, nicht der Barumsatz. Mehr dazu im Beitrag Kassenpflicht ab 2028.

Fragen zu Ihrem Terminal oder Ihren Konditionen? 03831 393851

Quelle der Zahlen: Mitteilung der EURO Kartensysteme GmbH vom 26.08.2026 zum ersten Halbjahr 2026. Stand: 03.09.2026.

Stand: 03.09.2026. Allgemeine Information, keine Steuer- oder Rechtsberatung. Die Kassensysteme Nord-Ost GmbH ist kein Steuerberater und keine Rechtsanwaltskanzlei. Angaben zu Gesetzentwürfen geben den Stand des Verfahrens wieder und können sich ändern. Wie Ihr Einzelfall zu behandeln ist, entscheidet Ihr Steuerberater.

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